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Ein Blog über User Experience Design von Toni Steimle

Neuigkeiten 

10.8.2016

Vortrag am World Usability Day in Saarbrücken 

Am 10. November hielt ich einen Vortrag am World Usability Day in Saarbrücken zum Thema "Innovationen dank Geschichten".

9.8.2016

Teilname an Podiumsdiskussion am World Usability Day in Rapperswil 

Am 12. November 2015 nahm ich an einer Podiumsdiskussion am World Usability Day in Rapperswil teil. Thema: "Wieviel Innovation verträgt UX?" 

Lehrmittel

Kontextanalyse

Mein erstes Skript für das Modul HCI Technik vom Master of Advanced Studies in Human Computer Interaction Design an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil. 

Evaluation

Hier eine Alpha-Version meines zweiten Skripts. Es fehlen noch die Kapitel Usability Tests und Messen. Und die bestehenden Kapitel werden noch mit Beispielen weiter ausgebaut.

Blog

24.10.2015

1 Jahr Ergosign, 10 Jahre HSR

Dieses Jahr war speziell. Ein persönlicher Rückblick. 

10.9.2015

Falsifikation von Produkthypothesen

Anstatt in Experimenten unsere Produkthypothesen zu verifizieren sollten wir versuchen, sie zu falsifizieren.

15.6.2015

Geschichten anstatt Szenarien

Geschichten wirken suggestiv, sie entwickeln Überzeugungskraft, befördern Interesse und polarisieren.  Doch aus welchen Elementen besteht eine gute Geschichte?

5.4.2015

Usability der Höflichkeit

Was die Menschen wirklich möchten, ist höfliche und emotionale Kommunikation.

4.3.2015

Die Kraft des Beispiels

Unsere eigentliche Arbeit bleibt oft im Verborgenen. Je länger wir nachdenken, desto simpler wird unsere Lösung, desto unspektakulärer das Ergebnis.

Skript zur Kontextanalyse

27. November 2015, Toni Steimle

Ich freue mich meinen Studenten, ein erstes Skript zum Thema Kontextanalyse zur Verfügung zu stellen. Es vereinheitlicht Prinzipien der Forschung und Pragmatismus.

1 Jahr Ergosign, 10 Jahre HSR

24. Oktober 2015, Toni Steimle

Nun ist es ziemlich genau ein Jahr her, seit ich die Leitung von Ergosign Schweiz übernommen habe. Es ist einer meiner besten beruflichen Jahre in meiner bisherigen Laufbahn. Ich bin endlich angekommen. 

Ich fühle mich enorm wohl. Gründe dazu sind sicher der nachhaltige und menschenzentrierte Führungsstil, die hohe Orientierung an Qualität, viele positive Erlebnisse mit Kunden und natürlich die vielen Freundschaften, die ich schon knüpfen konnte.

In einer der grössten UX Firmen in Europa zu arbeiten hat einen entscheidenden Vorteil. Ich treffe viele Gleichgesinnte, die einen ähnlichen Erfahrungshintergrund mitbringen und mit denen ich mich austauschen kann.

Am 1. November 2014 war ich alleine im Zürcher Office. Dann kam meine langjährige Mitarbeiterin Nina Meier dazu. In dem Moment, in dem ich diesen Blog schreibe, sind wir zu sechst und wir sind über Monate hinaus ausgebucht. 

Wir konnten dieses Jahr eine ganze Reihe tolle Projekte umsetzen. Alleine im 2015 haben wir für Unternehmen wie ABB, Adjutec, Bobst, Buchzentrum, Bühler, Credit Suisse, Gunvor, KMS, Insite, ITDesign, Leica, ZKB arbeiten dürfen. Nie hätte ich mir das erträumt.

Ich habe das beste Team, das ich je hatte und ich bin mächtig stolz auf jeden meiner Mitarbeiterden. Ich freue mich auf das nächste Jahr und die vielen tollen User Interfaces, die wir gestalten werden.

Dieses Jahr ist es zudem 10 Jahre her, seit ich das erste mal für die HSR am MAS HCID unterrichtete. Dies ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Anfangs rechneten wir damit, dass nach 2-3 Jahren die Nachfrage nach dieser Weiterbildung zu Ende ist. Heute unterrichten wir bereits zwei Klassen parallel und es sind erst noch besonders engagierte Klassen. 

Unterdessen dürfte ich über 240 Studenten unterrichtet haben. Wir haben in der Schweiz eine ganze Generation von Usability Engineers ausgebildet - und das am schönsten Lernstandort der Schweiz.

Die Kombination von Beruf und Lehrtätigkeit war für mich immer ideal und ich glaube, dass auch die Studenten davon profitieren können. 

Ich habe mir fest vorgenommen, von all meinen Vorlesungen ein möglichst gutes Skript zu verfassen. Das erste Skript habe ich letzte Woche fertig gestellt. Das war viel aufwändiger, als ich zuerst dachte. Es heisst "Inspiration" und deckt die Fächer rund um Nutzerforschung in HCI Technik ab. Hier ist es verfügbar.

Falsifikation von Produkthypothesen

10. September 2015, Toni Steimle

Im User Experience Design ist es üblich, eine Produkthypothese zu bauen, die mittels eines Experiments validiert wird. Noch nie habe ich aber in der Praxis erlebt, dass aufgrund eines solchen Experimentes das Grundkonzept des Produktes komplett über Bord geworfen wurde. Noch nie habe ich erlebt, dass ein Vorhaben aufgrund der Ergebnisse eines solchen Experimentes gestoppt wurde.

Ich glaube, dahinter verbirgt sich ein grundlegender Denkfehler. Anstatt unsere Produkthypothesen zu verifizieren - also zu bestätigen - sollten wir sie falsifizieren. Wir sollten also versuchen nachzuweisen, dass sie nicht funktionieren. Dies führt zu einem anderen Design der Experimente und auch zu einer ganz anderen Denkhaltung im Entwicklungsprozess.

Nehmen wir an, wir würden eine Tablet Anwendung für Versicherungsagenten bauen. Wir hätten zwei Risiken identifiziert. Wir befürchten, die Anwendung sei zu wenig flexibel. Die zweite Befürchtung betrifft die Erfassung von Daten. Wir würden nun ein Experiment planen wollen, bei dem heraus kommt, dass das Produkt tatsächlich nicht akzeptiert wird. Daher wählen wir ein Szenario, bei dem viel Flexibilität erforderlich ist und bei dem besonders viele Daten erfasst werden müssen.

Es braucht klare Kriterien, bei denen eine Falsifikation als nachgewiesen betrachtet werden kann. Diese Kriterien müssen Teil des Experimentes sein. Sind sie erfüllt, gilt die Produkthypothese als falsifiziert. Sie hat nicht überlebt. Je mehr Falsifikationsversuche einer unserer Produkthypothesen überlebt, desto robuster ist sie, desto mehr Chance beinhaltet sie, dass sie wirklich funktioniert.

Dieser Ansatz ist nicht neu. Erstens ist er wissenschaftlich. Zweitens benutzen wir ihn auch für Funktionstests. Wir testen ja nicht nur die Schönwetterfälle, sondern explizit auch Randfälle.

An einem Vortrag am Agile Leadership Day 2015, habe ich die Überlegungen genauer ausgeführt.

Empathie

15. Juni 2015, Toni Steimle

Geschichten können fesseln. Wir vergessen alles um uns herum und sind plötzlich in einer anderen Welt. Seit Jahren nutzen wir Szenarien. Doch die Szenarien sind meist trocken und technisch. Sie packen uns nicht. Sie bleiben anonym und führen nicht zu dieser enormen emotionaler Verbundenheit, die wir aus spannenden Geschichten kennen. Doch wäre es möglich, Szenarien so zu formulieren. Wäre es möglich, dass wir eine viel grössere Empathie für die Situation, die wir beschreiben wollen, aufbauen? Was braucht es dazu?

Lisa Cron liefert eine Antwort. In ihrem Buch "Wired for Story: The Writer's Guide to Using Brain Science to Hook Readers from the Very First Sentence" stellt sie die Elemente einer guten Story dar. In einem Vortrag des World Usability Day 2015 in Saarbrücken ergänze ich ihre Überlegungen mit eigenen Erfahrungen.

Usability der Höflichkeit

5. April 2015, Toni Steimle

Raum und Zeit verschwinden und wir sind immer online und erreichbar. Es gibt immer weniger reizfreie Zonen, in denen wir Zeit zum Reflektieren haben. Niemand beschreibt das schöner als Amber Case.

Doch was sind die Konsequenzen? Die Forschung von Fabian Hemmert zeigt: Was Menschen unter diesen Voraussetzungen wirklich möchten, ist höfliche Kommunikation. Sie suchen Rücksicht und Privatsphäre in Phasen der Ruhe. Ein Empfänger eines Anrufs möchte beispielsweise wissen, wie dringend der Anruf ist und um was es geht, bevor er ihn annimmt.